Da die Menge gleich dem Produkt aus Konzentration (C) und Volumen (V) ist, ergibt sich: MengeUrin = MengePlasma CUrin x VUrin = CPlasma x VPlasma und nach Umformung lässt sich die glomeruläre Filtration (VPlasma oder kurz VP) berechnen
Die Clearance ist damit definiert als das "virtuelle Plasmavolumen, welches in der Zeiteinheit vollständig von einer Substanz befreit wird".
Creatinin entsteht durch spontane und irreversible Umwandlung von Creatin und Creatinphosphat in den Muskelzellen. Pro 24 Stunden werden etwa 2% des Körpercreatins in Creatinin umgesetzt. Freies Creatinin wird im Stoffwechsel nicht wieder verwendet und über die Nieren ausgeschieden. Definition und
Berechnung Obwohl Creatinin in Abhängigkeit von der Plasmakonzentration zusätzlich tubulär sezerniert wird, ist die Bestimmung der Creatinin-Clearance in der Klinik zur Messung (oder besser: "Schätzung") der glomerulären Filtrationsrate weit verbreitet. Es ist allerdings zu berücksichtigen, dass mit dieser semiquantitativen Methode erst fortgeschrittene Schädigungen erfasst werden können; allgemein darf man davon ausgehen, dass die Nierenfunktion um etwa 50% abnehmen muss, bevor die Creatininkonzentration im Blut ansteigt. Da noch die üblichen Probleme mit der korrekten Sammlung des Spezimens hinzukommen, ist die Aussagekraft der Creatinin-Clearance umstritten und ein Ersatz durch die Messung von Cystatin C im Blut wird immer wieder diskutiert. Da die Creatininbildung in erster Linie eine Funktion der Muskelmasse ist, wird die Creatinin-Clearance auf die Körperoberfläche bezogen. Bei der Korrektur wird von einer "durchschnittlichen" Körperoberfläche von 1.73 m2 ausgegangen, so dass sich die Creatinin-Clearance wie folgt berechnet:
Anmerkung: Die Bestimmung der Creatinin-Clearance ergibt bei gesunden Frauen einen Wert zwischen 75 und 127 mL/min, bei gesunden Männern einen Wert zwischen 78 und 142 mL/min.
Falls es nicht möglich ist, eine Sammlung des Urins über 24 Stunden durchzuführen, kann die Creatinin-Clearance mit der Formel nach Cockroft näherungsweise bestimmt werden. Die Berechnung für Männer:
Die Berechnung für Frauen: der Wert wird
wegen der geringeren Muskelmasse der Frauen mit dem Faktor 0.8
multipliziert:
Die Formel erfasst den mit zunehmendem Alter einhergehende Nierenfunktionsverlust.
Zur Differenzierung zwischen prärenaler Azotämie und akuter Tubulusnekrose kann die Berechnung der fraktionellen Exkretion von Natrium im Urin herangezogen werden.
Damit entspricht die fraktionelle Exkretion des Natriums der Natrium-Clearance bezogen auf die Creatinin-Clearance. Beurteilung: ein Wert von mehr als 1 spricht für eine akute Tubulusnekrose, ein Wert von weniger als 1 für eine prärenale Azotämie. Die Formel beruht auf der Überlegung, dass bei einer prärenalen Azotämie zwar die glomeruläre Filtrationsrate (GFR) eingeschränkt ist, die Tubuli jedoch noch funktionstüchtig sind. Bei prärenaler Azotämie wird daher ein eher konzentrierter Urin mit niedrigem Natriumgehalt ausgeschieden, bei akuter tubulärer Nekrose wegen der mangelnden Rückresorption von Wasser und Natrium ein eher verdünnter Urin mit hohem Natriumgehalt. Die Formel ist mit Vorsicht und nur unter strenger Berücksichtigung der klinischen Situation anzuwenden. Am zuverlässsigsten ist sie, falls eine Oligurie vorliegt.
Die Inulin-Clearance wird daher praktisch nicht mehr durchgeführt.
Referenzintervall: 478 - 814 mL/min bezogen auf eine Körperoberfläche von 1.73 m2.
Abb. 1: Die ausgezogene Linie gibt die Verminderung der Nierenleistung während vier Jahren wieder. Die gestrichelte Linie gibt einen Hinweis auf den Zeitpunkt, an dem die Niereninsuffizienz eintritt (ESRD: end-stage renal disease). Achtung die Creatininwerte werden in mg/dL eingetragen.
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21.11.2000 / hpk |