|
Der Säure-Basen-Status soll Auskunft geben über den respiratorischen und metabolischen Zustand eines Patienten in Bezug auf den Sauerstoff, das CO2 und den pH-Wert. In der Regel wird arterielles, seltener gemischt-venöses Blut untersucht.
Arterielles Blut wird bevorzugt, da es eine Aussage über die Sauerstoffversorgung des Blutes durch die Lungen und eine Beurteilung der Versorgung der Gewebe mit Sauerstoff
erlaubt.
Wird Blut einer Vene z.B. der Ellenbeuge entnommen, so sagt die Blutgasanalyse nur etwas aus über die Sauerstoff bzw. CO2 Verhältnisse in diesem Arm.
Falls eine Aussage über den Sauerstoffverbrauch im gesamten Organismus verlangt wird, muss vollständig gemischtes, d.h. aus allen Körperregionen stammendes venöses Blut untersucht werden.
Dieses gemischt-venöses Blut wird über einen Katheter der A.pulmonalis entnommen. Der Begriff gemischt-venös kommt daher, dass es sich um Blut handelt das aus der V.cava superior und der V.cava inferior im rechten Vorhof “gemischt” wird, bevor es über die rechte Herzkammer in die Pulmonalarterie gelangt. Die Untersuchung von gemischt-venösem Blut wird wegen der aufwendigen Blutentnahme selten durchgeführt.
Aus messtechnischen Gründen wird mit Geräten, die zur Bestimmung des Säure-Basen-Status verwendet werden, neben pH und pCO2 gleichzeitig auch der Partialdruck des Sauerstoffs (pO2) gemessen. Die Analytik der Blutgase und des Säure-Basen-Status basiert demnach auf pH, pCO2, Bicarbonat sowie pO2 und Sauerstoffsättigung.
| gemessen
werden |
|
| pH-Wert |
Mass für die H+-Ionenkonzentration |
| pCO2 |
Partialdruck des des Kohlendioxids |
| daraus
können berechnet werden |
|
| HCO3- aktuell |
aktuelles Bicarbonat im Plasma
Die Berechnung basiert auf der Gleichung von Henderson und Hasselbalch |
| Basenabweichung |
= Base
excess.
entspricht der Menge eine starken Säure oder Base, die erforderlich ist, um den pH-Wert bei einer metabolisch bedingten Abweichung zu normalisieren |
| HCO3-
standard |
Bicarbonatkonzentration im Plasma einer Blutprobe, die bei
37°C mit einem pCO2 von 40 mmHg und mit Sauerstoff zur Vollsättigung äquilibriert wurde. |
| Gesamtpufferbasen |
Summe der Konzentrationen all der Pufferformen, die H+-Ionen aufnehmen können, wie
HCO3- , Hb-, HBO2-, HPO4- |
| Gesamt
CO2 |
Summe der Konzentrationen von CO2,
H2CO3 und HCO3- |
| gemessen
werden |
|
| pO2 |
Partialdruck des Sauerstoffs |
| sO2 |
Sauerstoffsättigung
Prozentsatz des oxygenierten Hämoglobins bezogen auf das Hämoglobin,
das fähig ist Sauerstoff zu transportieren:
|
|
cO2Hb |
|
| sO2 |
= |
----------------------------------- |
·
100 |
|
|
cO2Hb
+ cHHb |
|
|
| daraus
können berechnet werden |
|
| O2Hb |
Fraktion des oxygenierten Hämoglobins
Prozentsatz des oxygenierten Hämoglobins bezogen auf das gesamte Hämoglobin (inkl. Dyshämoglobine):
|
|
cO2Hb |
|
| O2Hb |
= |
---------------------------------------------------------- |
·
100 |
|
|
cO2Hb
+ cHHb + cCOHb + cMetHb |
|
|
| p50 |
Mass für die Lage der Sauerstoff-Dissoziationskurve
(ODK).
Ist definiert als der pO2, der bei Halbsättigung des oxydierbaren Hämoglobins vorhanden ist. |
| ctO2 |
Sauerstoff-Konzentration (Sauerstoff-Gehalt) : Summe des an Hämoglobin gebundenen und physikalisch gelösten Sauerstoffs:
| ctO2 |
= |
(ctHb
· O2Hb)
+ (pO2
· a) |
|
|