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Dyshämoglobine 
 

 
Die Hämoglobin-Derivate Carboxyhämoglobin (COHb), Methämoglobin (MetHb)
und  Sulfhämoglobin sind nicht in der Lage, Sauerstoff zu binden und werden daher als Dyshämoglobine bezeichnet. Falls diese beiden Derivate im Blut ansteigen, können sie die Transportkapazität des Hämoglobins bedeutend vermindern und damit zu einer Hypoxämie führen. Sowohl COHb wie auch MetHb verschieben die Sauerstoffdissoziationskurve (ODK) nach links, so dass die Sauerstoffabgabe an das Gewebe erschwert ist.

Eine leichte Erhöhung der Dyshämoglobine ist ohne klinische Bedeutung.

CO-Hämoglobin 
Die Bindungsfähigkeit des Hämoglobins für Kohlenmonoxyd (CO) ist ungefähr 200 mal grösser als diejenige für Sauerstoff. Dies bedeutet eine nahezu irreversible Bindung des Kohlenmonoxyds an das Hämoglobin. Erst mit dem Abbau des betreffenden Erythrocyten wird das COHb aus dem Blutkreislauf ausgeschieden.

Met-Hämoglobin 
Erhöhte MetHb-Werte entstehen durch Methämoglobin stimulierende Medikamente sowie bei Cyanvergiftungen durch z.B. Nitrat, Nitroglycerin, Phenazetin und Phenol.

Sulfhämoglobin 
Sulfhämoglobin entsteht durch eine nicht umkehrbare oxydative Aufspaltung des Häms bei Einwirkung von Schwefelwasserstoff und Sauerstoff. Die häufig mit einer Methämoglobinämie kombinierte Sulfhämoglobinämie tritt nach Vergiftung mit Schwefelwasserstoff und als Folge langzeitiger Einnahme phenacetinhaltiger Schmerzmittel und Sulfonamiden auf. Es kann zur neben der Hypoxämie zu einer hämolytischen Anämie kommen.

 


20.01.2001 / hpk