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Lungenfunktion: pulmonaler Gasaustausch 
 

 
Gasaustausch in der Lunge 

Der Austausch von Sauerstoff und Kohlendioxid zwischen der Atemluft und dem Blut geschieht über die Lungen und wird als Gasaustausch bezeichnet. Er  kann in folgende Teilfunktionen unterteilt werden: 

  • Ventilation

  • Diffusion und 

  • Perfusion.

Ventilation 
Die Ventilation sorgt für die Belüftung des Alveolarraumes, d.h. für den Zutransport von Sauerstoff und den Abtransport von CO2. Dabei wird Luft durch die Atembewegungen zwischen Trachea, Bronchien und Alveolen hin und her bewegt. Die Alveolarluft wird durch molekulare Diffusion ständig durchmischt.

Diffusion 
Unter Diffusion fasst man alle Vorgänge zusammen, durch die der Übertritt des Sauerstoffs von den Alveolen ins Blut und die Abgabe von CO2 in umgekehrter Richtung möglich wird. CO2 diffundiert ca. 20 - 25 mal leichter als O2 , d.h. es gibt keine isolierten CO2-Diffusionsstörungen. In den Bronchien findet kein Gasaustausch statt, zusammen mit Mund-, Nasen- und Rachenraum sowie der Trachea bilden sie den sogenannten Totraum.

Perfusion 
Die Perfusion sorgt für die Durchblutung der Lungen. Durch verschiedene Regulationsmechanismen werden Belüftung und Durchblutung der Alveolen aufeinander abgestimmt, indem die funktionelle Durchblutung in minder belüfteten Lungenbezirken gedrosselt wird.

 
Zusammensetzung der Luft 

Raumluft enthält rund 78 % Stickstoff und 21 % Sauerstoff. Dazu kommen Spuren von CO2 und weiteren Gasen, vor allem Edelgase.

Beim Einatmen wird die Luft in den Atemwegen angefeuchtet, so dass in den Bronchien bei einer Körpertemperatur von 37°C der pH2O 47 mm Hg beträgt. Der Gasdruck für die trockenen Gase ist demnach 760 - 47 = 713 mm Hg und entsprechend liegt der pO2 bei 149 mm Hg. Auf dem weiteren Weg in die Alveolen wird die Luft noch erheblichen Mengen an CO2 ausgesetzt, so dass sich zusammenfassend bei einem Gesamtdruck von 760 mm Hg folgende durchschnittliche Werte ergeben (Abb. 1).

 

Einatmungsluft
pO2 = 160
pCO2 = 0.3
pH2O = 5.7
pN2 = 594
Ausatmungsluft
pO2 = 115
pCO2 =  33
pH2O =  47
pN2 = 565
Alveolarluft
pO2 = 100
pCO2 =  40
pH2O =  47
pN2 = 573
Lungenarterie (venös)
pO2 =  40
pCO2 =  46
pH2O =  47
pN2 = 573
Lungenvene (arteriell)
pO2 = 100
pCO2 =  40
pH2O =  47
pN2 = 573

Abb. 1: Gasdrucke im Atmungssystem
Durchschnittliche Werte in mmHg der einzelnen Partialdrucke im Atmungssystem und in venösem bzw. arteriellen Blut. Die angegebenen Werte basieren auf einem "durchschnittlichen" Luftdruck von 760 mm Hg. 

 
Atemregulation 

Die rhythmischen Bewegungen der Atemmuskulatur stehen vor allem unter der Kontrolle der Medulla oblongata (= verlängertes Mark).

Wichtigster Reiz für eine Zunahme von Atemtiefe und Atemfrequenz ist ein Anstieg des pCO2 in Blut und Liquor cerebrospinalis. Die CO2 -Konzentration wird von Chemorezeptoren der Medulla oblongata und peripher an der Verzweigung der Arteria carotis (Glomus caroticum) und am Aortenbogen (Glomera aortica) gemessen. Unter Normalbedingungen nimmt der Sauerstoffpartialdruck, der ebenfalls von peripheren Chemorezeptoren registriert wird, weit weniger Einfluss auf die Atmung als der pCO2 .

 


20.01.2001 / hpk