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Klinische Chemie: eine Einführung 
 
 
Definition der klinischen Chemie  
Die klinische Chemie kann als ein Zweig der Medizin definiert werden, der sich mit der Entwicklung und Durchführung vorwiegend chemischer Analysen und mikroskopischer Untersuchungen zur Diagnose, Therapiekontrolle und Prophylaxe von Krankheiten beschäftigt.

Beispiele für typische Tätigkeiten in der klinischen Chemie finden sich im Kapitel: Aufgaben der klinischen Chemie. 

 
Grundlagen  
Grundlagen der klinischen Chemie sind also von der medizinischen Seite her:

  • Anatomie und Physiologie 

  • Biochemie und Biologie

  • Krankheitslehre (Pathologie)

Es ist nicht Aufgabe des Unterrichts in klinischer Chemie alle diese Grundlagen zu vermitteln. Zum besseren Verständnis werden jedoch einige ausgesuchte grundlegende Kenntnisse der Biochemie kurz besprochen (oder aufgefrischt), bevor auf eine tiefergreifende Beschreibung der Tätigkeiten in der klinischen Chemie eingegangen wird.

Zudem sind zur Ausführung von Messungen Kenntnisse notwendig in: 

  • Mathematik und Statistik

  • Chemie

  • Physik

  • Informatik (EDV)

Mathematik: Mathematische Kenntnisse sind die Grundvoraussetzung bei der Berechnung von Konzentrationen, Herstellung von Lösungen und Verdünnungen, Umrechnung von Einheiten usw. Die Statistik findet ihre praktische Anwendung vor allem in der Qualitätskontrolle.
Chemie: Da praktisch keine der diagnostisch verwendeten Substanzen „direkt“ gemessen werden kann, liegen den meisten Messungen im klinisch-chemischen Labor chemische Reaktionen zugrunde. 

Physik: Kenntnisse in Physik sind notwendig, um die Funktionsweise von Messgeräten zu verstehen. Insbesondere eingesetzt werden optische Instrumente, gemessen werden aber beispielsweise auch elektrische Potentiale oder radioaktive Strahlung. Das Mikroskop dient vorwiegend zur Untersuchung der geformten Bestandteile im Urin (Urinsediment).

Informatik: Die EDV (elektronische Datenverarbeitung) spielt in zweierlei Hinsicht eine immer wichtigere Rolle: 

  • erstens zur Steuerung der Messgeräte und Auswertung der Mess-Signale und 

  • zweitens bei der Laboradministration. Darunter versteht man alle administrativen Vorgänge von der Erfassung der Patientendaten und Aufträge bis zur Speicherung und Übermittlung von Resultaten.


04.02.2000 / hpk